Reichenhall's Blog

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Mehrheit der Ehen ungültig?

Papst Franziskus pocht auf das kirchlliche Sakrament

Papst Franziskus und das Sakrament der Ehe

Papst Franziskus und das Sakrament der Ehe

Da hat es der Papst Franziskus ja wieder mal in die Schlagzeilen und Meldungen der alten und neuen Medien geschafft. Ungültige Ehen bei kirchlicher Trauung? – wo gibt es denn so was? Gemeint hat der Papst eigentlich was ganz anderes, aber in dem starren Denken und Dogmen der katholischen Kirche hört es sich dann eben ‚komisch‘ an, wenn er sagt, „die Leute wissen nicht was das Sakrament bedeutet.“

Was ist eine Heilswirklichkeit?

Und es wird tatsächlich schwierig das zu erklären. Wikipedia etwa schreibt, „es sei ein sichtbares Zeichen der verborgenen Heilswirklichkeit“. Klingt auch kompliziert und ist natürlich ganz im katholisch-päpstlichen Sinne gemeint, denn das heilige Sakrament der Ehe wird ja durch sie gestiftet. Was aber ist bitte eine Heilswirklichkeit und was hat das mit einer Ehe zu tun? Erklärungsnotstand.

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Papst Franziskus macht die kirchliche Ehe zu einem Glücksspiel – gilt sie nun oder nicht?

Was könnte der Papst Franziskus also gemeint haben. Er versteht die Ehe sicher als einen Bund für das Leben, für das ganze Leben, „bis der Tod uns scheide“. Das ist klassich, das ist katholisch, das scheint aber nicht mehr in die Zeit zu passen – oder doch? Ist es nicht der Wunsch von Menschen, vor allem von jungen Paaren, die Liebe für das Leben gefunden zu haben? Ja schon, mögen einige einwenden, die Wirklichkeit aber sei eine andere, die Zahl der Scheidungen ist hoch.

Und tatsächlich ist die Wirklichkeit in der Liebe und Partnerschaft anders. Nach ‚dem Lieben‘, dem ‚Verliebt-Sein‘ beginnt nämlich das Leben, der Alltag und eine über Jahre und Jahrzehnte dauernde Beziehung – im Idealfall. Und so nähern wir uns langsam dem Gedanken und Ansinnen von Papst Franziskus. Er spricht nämlich von der ewigen Dimension der Ehe als einen Bund, der vor Gott geschlossen wird. Das aber setzt voraus, dass man sich ‚in Gott‘ auch angenommen und geborgen weiß, also ein Christentum praktiziert, das von Leben erfüllt ist, durch das Leben erfüllt ist.

Die Liebe aber bleibt ewig

Und hier liegt das Geheimnis des Sakramentes, wie es die Kirche nennt. Man kann aber – lässt man die katholisch-kirchliche Institution mal außen vor – einfach von einer innigen Glaubensbeziehung sprechen. Zu wissen, dass man in Gott, in Jesus Christus, geliebt, geborgen und angenommen ist, gibt Kraft für das (eigene) Leben und für die Partnerschaft. Und eben jene Kraft der göttlichen Liebe ist eine ewige Kraft, die auch ein langes Leben und Partnerschaft mit allen Höhen und Tiefen auszuhalten vermag.

Hier liegt aber zugleich einer der größten Quellen des Irrtums. Eine Mitgliedschaft, noch nicht einmal eine Taufe – egal in welcher Kirche – macht einen Christen aus. Es ist immer eine bewusste Entscheidung, ein aktives ’sich hinwenden‘ zu Jesus Christus was den Unterschied macht – ob katholisch oder nicht.

2 Kommentare zu “Mehrheit der Ehen ungültig?

  1. Olet lucernam!
    Juni 26, 2016

    In den Ehevorbereitungskurse wird den Paaren schon klar gemacht , was eine sakramentale Ehe ist. Es geht da um das flüchtige Verliebtsein und Begehren, sondern um eine lebenslange Gemeinschaft mit Gott. Diese ist unauflöslich und schließt auch die Geburt gemeinsamer Kinder nicht von vornherein aus. Das hat also nichts mit der heute leider üblichen Wegwerfmentalität bei Paarbeziehungen zu tun. Was kann die Kirche also dafür, das sich Paare das Sakrament der Ehe nicht gültig spenden? Abgesehen von möglichen Mängeln in der Katechese rein gar nichts. Deshalb hat der Hl. Vater hier nur einen bestehenden Missstand offen gelegt. Und wer fordert, die Katholische Kirche müsse sich da der Welt anpassen, hat das Wesen der Kirche leider nicht verstanden oder will es mutwillig zerstören.

    • reichenhall
      Juni 26, 2016

      Es ist ein wenig so, wie den Schuh von hinten anziehen. Zuerst sollte die Beziehung zu Gott – die lebenslange – im Zentrum stehen. Im Zentrum des Denkens, des Handelns und des Verstehens. Erst dann kann auch eine Ehe darauf und daraus gegründet werden. Das kommt meiner Erfahrung nach in der k.K. zu kurz. Ganz abgesehen davon … wenn bei jungen Menschen die Herzen zueinander entbrennen, die Hormone verrückt spiielen und der Schmetterlinge im Bauch fliegen – geschehen seltsame Dinge. Und nur wenige sind auf das vorbereitet, was ihnen das Leben die nächsten 10, 20 Jahre alles an „Überraschungen“ bereitet.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Juni 20, 2016 von in Alter und Jugend, Der Glaube, Glossen & Kom und getaggt mit , , , , , , , , .
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